Let’s talk with… Paula Kömmler

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Heute habe ich Paula zu Gast bei meiner Let’s talk with…-Serie. Ich hatte diese Serie ursprünglich während Corona gestartet, aber es macht mir so viel Spaß, mich mit den Menschen hinter den Geschäften an der Côte d’Azur auszutauschen, dass ich die Serie immer weiter führen will. Deswegen heißt es heute:

Let’s talk with… Paula von EINS A Spirits


Stell Dich kurz vor: Wer bist du und wo wohnst du?

Ich bin Paula – Gründerin von EINS A Spirits. Mein Herz schlägt zwischen Berlin und Marseille: Zwei Orte, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und doch für mich perfekt zusammenpassen. Berlin gibt mir den kreativen Raum zum Denken und Machen, Marseille schenkt mir Sonne, Mittelmeer und die pure Pastis-Leidenschaft.

Was verbindet dich mit der Côte d’Azur?

Die Côte d’Azur, vor allem Marseille, ist mein Sehnsuchtsort. Ich war schon oft dort – anfangs zum Reisen, dann zum Leben, heute pendle ich regelmäßig. Marseille ist roh, direkt, ein bisschen chaotisch – aber auch wild, warm und voller Seele. Ich habe irgendwann gemerkt, dass Marseille für mich kein Urlaubsort mehr ist, sondern ein Gefühl von Zuhause.

Deshalb habe ich dort 2022 den „Pastis Klub“ gegründet – eine kleine Community und Lifestyle-Marke für alle, die Pastis genauso lieben wie ich.

Erzähl mal, was der Pastis Klub ist

Der Pastis Klub ist eher eine Haltung als ein formeller Verein, entstanden aus meiner Liebe zu Marseille, zum Pastis und dem Lebensgefühl, das beides verbindet. Er richtet sich an alle, die sich nach Süden sehnen. Statt Mitgliedsausweis gibt es gute Gespräche und ein Shirt oder eine Tasche: Aus der Idee heraus ist auch eine kleine Capsule-Kollektion entstanden mit Motiven, die von klassischen Pastis-Gläsern und der berühmten Kirche Notre-Dame de la Garde, der „Bonne Mère“ in Marseille inspiriert sind. Mitglied wird man also ganz einfach: Indem man Lust auf Pastis und auf Gemeinschaft hat oder indem man eines der Stücke trägt und damit ein Stück dieser Welt nach draußen trägt. Gelegentlich treffen wir uns auch in kleinen Runden – sei es in Marseille oder Berlin –, um gemeinsam Pastis zu genießen, Geschichten zu teilen und das Lebensgefühl direkt zu erleben. 

  • Die Pastis Klub Kollektion ist online und im Concept Store Bàti Bàti Marseille erhältlich. Zusätzlich sind die Artikel über den Instagram-Account @pastisklub verfügbar.

Wie hast du Pastis entdeckt?

Zuerst war es Neugier. Dann Romantik. Dann Obsession. Ich war in Marseille, in einer kleinen Bar, es war heiß, laut, lebendig – und da stand dieses Glas mit Eis und Wasser, das duftet nach Kräutern und Sonne. Das war mein erster bewusster Pastismoment. Ein paar Jahre später rief ich den Pastis Klub ins Leben und ein Jahr später gründete ich EINS A Spirits. 

Wie lange gibt es Pastis denn schon?

Pastis gibt es seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Nach dem Verbot von Absinth wurde er in Frankreich als legaler Anisersatz erfunden, besonders beliebt in Marseille und der Provence. Die bekannteste Marke, Ricard, wurde 1932 gegründet – daher sagen viele, das sei das „Geburtsjahr“ des modernen Pastis. Es gibt keine Trinkregeln, aber in Südfrankreich gilt: eher zum Apéro. Man trinkt ihn mit Wasser, klassisch im Verhältnis 1:5, manchmal auch mit Eis.

Wie kamst du auf die Idee, Pastis zu machen?

Mein Hintergrund liegt eigentlich in der Wissenschaft: Ich habe einen Master in Erziehungswissenschaften und Geschichte und mich in Studium und Beruf viel mit Kulturvermittlung und europäischer Bildungsarbeit beschäftigt – besonders im deutsch-französischen Kontext. Spirituosen standen da zunächst nicht auf dem Plan. Aber genau diese Auseinandersetzung mit kulturellen Prägungen und Lebensstilen hat mich inspiriert, etwas Eigenes zu entwickeln: Ein Produkt, das Identität, Begegnung und Geschmack miteinander verbindet.

So entstand die Idee, einen deutschen Pastis zu machen. Und ich liebe Anisspirituosen schon immer: Pastis, Ouzo, Arak, Absinth. Aber ich wollte mehr: einen modernen, ehrlichen Pastis. Ohne Zuckerschock, ohne Staub – dafür mit Leichtigkeit, Charakter und echtem Handwerk.

Die Idee wirkte anfangs verrückt – aber genau das war der Reiz. Ich hatte keine Erfahrung im Brennhandwerk. Also: lernen, experimentieren, scheitern, weitermachen. 27 Prototypen später war er da – mein EINS A Pastis!

Erzähl mal mehr über Dein Geschäft: Was ist EINS A Spirit? Wie sieht deine Arbeit aus?

EINS A gibt’s seit 2023 – also noch ganz frisch, genau wie mein Pastis. Ich entwerfe Etiketten, taste mich durch Mazerationen, gestalte den Auftritt, betreue die Community… Und ja, manchmal fahre ich die Flaschen auch selbst per Rad durch die Berliner Kieze. Noch bin ich ein Ein-Frau-Unternehmen, aber mit einem feinen Netzwerk aus großartigen Menschen, die mich begleiten.

Die Produktion läuft in einer kleinen, handwerklichen Brennerei im Norden Deutschlands – dort entsteht mein Pastis in limitierten Chargen. Alles biologisch, ohne Zusätze, nur Geschmack.

Was gefällt dir an deiner Arbeit am meisten?

Ich liebe es, ein Produkt zu erschaffen, das berührt. Wenn Menschen einen Schluck nehmen und sagen: „Wow, das schmeckt nach Süden, nach Weite, nach etwas Neuem“ – dann weiß ich, wofür ich das mache.

Und ich liebe die Freiheit. Alles selbst entscheiden zu können, auch wenn das manchmal heißt: nachts um halb zwei noch Etiketten kleben oder Excel-Flüche murmeln.

Wie bist du geworden, was du heute tust?

Ich bin keine gelernte Brennerin, aber ich habe mir alles beigebracht – von der Theorie der Mazeration (= Der Prozess, bei dem getrocknete Kräuter, Samen, Wurzeln über einen längeren Zeitraum in Alkohol eingelegt werden.) bis zu den rechtlichen Hürden. Dann habe ich Partner gesucht, die ihr Handwerk wirklich verstehen. Der wichtigste Schritt? Keine Kompromisse bei der Qualität. Mein Pastis entsteht in echter Handarbeit, mit Bio-Botanicals und traditioneller Kupferbrennblase. Ich bin an jedem Schritt beteiligt – auch wenn ich selbst nicht destilliere, sondern mit einem Profi arbeite. Aber ich mische mich überall ein – freundlich, aber bestimmt.

Gibt’s eine Anekdote, die du nie vergisst?

Oh, viele! Eine meiner liebsten: Ich habe mal bei einem kleinen Marktstand in Marseille meinen Pastis als „un pastis allemand“ vorgestellt – die Reaktion: Sie haben mich angeschaut, als hätte ich gerade gesagt, ich will die Calanques in Berlin nachbauen. Aber dann große Neugier. Am Ende hatten wir eine kleine Spontanverkostung mitten auf dem Markt, mit einem älteren Herrn, der meinte: „Pas mal, la Berlinoise“– das war ein sehr schönes Kompliment.

Was ist deine Mission?

Ich will Pastis in Deutschland sichtbar machen, ihm seinen Platz zurückgeben – aber auf eine neue Art. Nicht schwer und altmodisch, sondern leicht, mediterran, klar.

Gibt es ein Vorurteil über Pastis, das du gern entkräften würdest?

Ja: „Pastis ist was für alte Männer im Schatten.“
Nein. Pastis ist für alle, die echte Aromen, Zeit und die mediteranne Sonne im Glas lieben. Es ist kein Partyshot, sondern ein Ritual – eines, das entschleunigt.

Hast du einen Geheimtipp für Marseille und Drumrum?

Les Goudes
Für mich gehört Les Goudes einfach dazu, wenn ich in Marseille bin. Das kleine Fischerdorf am südwestlichen Stadtrand fühlt sich an wie eine kleine Auszeit vom Trubel. Am liebsten fahre ich früh morgens hin, bevor die Sonne zu heiß wird und die Parkplätze voll sind. Meist nehme ich den Bus M08 bis zur Endhaltestelle und laufe die letzten Minuten zum Wasser. Die Atmosphäre dort ist so entspannt und echt – zwischen alten Booten, Felsen und dem Geruch von Bouillabaisse. 

Calanque d’En-Vau
Die Calanque d’En-Vau ist für mich ein echter Kraftort. Ich liebe die Wanderungen dorthin. Klar, es ist anstrengend, aber es lohnt sich total – der Weg führt durch duftende Büsche und über kalkige Felsen, bis plötzlich diese unglaublich klare, türkisfarbene Bucht auftaucht. Das Wasser ist eiskalt, aber einfach traumhaft.

Calanque de Port d’Alon
Die Calanque de Port d’Alon ist ein kleiner Geheimtipp für alle, die es etwas ruhiger mögen. Sie liegt ein Stück außerhalb Richtung La Ciotat und ist mit dem Auto erreichbar, aber schöner finde ich den Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß von Saint-Cyr-sur-Mer aus, immer an der Küste entlang. Hier gibt’s schattige Plätze unter Pinien. Ich liebe es, abends dort zu sein, wenn der Strand leerer wird und die Sonne langsam untergeht.

Mein Morgen an der Corniche Kennedy
Mein persönliches Highlight in Marseille: morgens von Endoume die ganze Corniche Kennedy entlangzujoggen, wenn die Stadt langsam aufwacht. Es ist noch ruhig, die Luft frisch und klar und die weißen Bänke entlang der Promenade leuchten im Morgenlicht. Dieses Gefühl, wenn die Sonne aufgeht und Marseille langsam lebendig wird, ist für mich unbezahlbar. Endoume selbst ist so charmant mit seiner der Nähe zum Meer – ein perfekter Ort, um den Tag zu starten.

Vallon des Auffes
Der kleine Hafen Vallon des Auffes ist für mich morgens fast noch schöner als abends. Wenn die ersten Sonnenstrahlen das Wasser rosa färben und die Fischerboote friedlich schaukeln. 

Noailles – das Herz von Marseille
Noailles ist für mich das echte Marseille – wild, laut und voller Leben. Die Gerüche von Kreuzkümmel, Minze und frischem Koriander mischen sich in der Luft. Der Marché des Capucins ist ein Fest für die Sinne: bunte Stände, frisches Obst, Gewürze und kleine Läden. 

Wen sollten wir als nächstes interviewen?

Ich würde das La Maison Allemande in Marseille empfehlen. Ein spannender Ort, der sich ganz der deutsch-französischen Verständigung widmet. Dort treffen Sprachkurs auf Kulturprogramm und Austausch auf Begegnung. Es gibt dort viele spannende Menschen, die zwischen zwei Kulturen leben, Freundschaft erleben und Marseille als ihr Zuhause entdeckt haben. Ihre Geschichten wären bestimmt wunderbar für ein Interview.


Vielen Dank liebe Paula, für Deine Antworten und die schönen Fotos. Das war unglaublich spannend und ich freue mich, dass Du mitgemacht hast.

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Santé – auf Anis, Anfang und Anderssein.

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